Nutzungsbedingungen für Anbieter (Höfe) auf Hofly
Stand: Mai 2026 · Version 1.2
§ 1 Geltungsbereich und Vertragsparteien
(1) Diese Nutzungsbedingungen regeln die Geschäftsbeziehung zwischen der Talea Labs GbR, vertreten durch Manuel Dominik Birkner und Tobias Lukas Bader, Nelly-Sachs-Str. 24, 73760 Ostfildern (nachfolgend „Hofly“) und gewerblichen oder landwirtschaftlichen Anbietern (nachfolgend „Hof“ oder „Anbieter“), die ihre Produkte über die Hofly-Plattform (App und Website) anbieten möchten.
(2) Diese Bedingungen gelten ausschließlich im B2B-Verhältnis. Der Anbieter bestätigt, dass er im Rahmen seiner gewerblichen oder selbstständigen landwirtschaftlichen Tätigkeit handelt.
(3) Abweichende Bedingungen des Anbieters werden nicht anerkannt, sofern Hofly diesen nicht ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.
§ 2 Leistung von Hofly
(1) Hofly stellt dem Anbieter eine technische Marktplatz-Plattform zur Verfügung, über die Verbraucher Produkte des Anbieters entdecken, bestellen und im Rahmen des Click & Collect-Modells direkt beim Hof abholen können.
(2) Hofly ist kein Käufer der Produkte und tritt lediglich als technischer Vermittler auf. Der Kaufvertrag kommt ausschließlich zwischen dem Kunden und dem Anbieter zustande.
(3) Hofly übernimmt die technische Abwicklung der Zahlungen über den Zahlungsdienstleister Stripe. Die Auszahlung des Verkaufserlöses an den Anbieter erfolgt nach Abzug der Plattformprovision (§ 5) über Stripe Connect.
§ 3 Registrierung und Zulassung
(1) Die Nutzung der Plattform als Anbieter setzt eine vollständige Registrierung und die Freischaltung durch Hofly voraus. Hofly behält sich vor, Registrierungen ohne Angabe von Gründen abzulehnen.
(2) Der Anbieter ist verpflichtet, wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu machen (Name, Adresse, Bankverbindung für Stripe Connect, Produktinformationen).
(3) Der Anbieter stellt sicher, dass er alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen, Zulassungen und Zertifizierungen für den Verkauf seiner Produkte besitzt (z. B. lebensmittelrechtliche Anforderungen, Hygienevorschriften).
(4) Der Anbieter ist verantwortlich für die Aktualität und Richtigkeit aller auf der Plattform hinterlegten Informationen. Dies gilt insbesondere für Produktbeschreibungen, Preise, Verfügbarkeiten, Öffnungszeiten sowie die vom Anbieter festgelegten Abholtage und Abholzeitfenster (Slots).
§ 4 Pflichten des Anbieters
(1) Der Anbieter verpflichtet sich:
-
Bestellungen innerhalb der angegebenen Fristen zu bestätigen oder abzulehnen;
-
Produkte in der bestellten Qualität und Menge zur Abholung bereitzustellen;
-
Preisangaben inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer anzugeben;
-
Produkte nicht auf der Plattform anzubieten, für die keine Verkaufserlaubnis besteht;
-
Hofly unverzüglich zu informieren, wenn Produkte nicht verfügbar sind.
(2) Der Anbieter verpflichtet sich, die bestellten Produkte zu Beginn des vom Kunden gewählten Abholzeitfensters (Slots) am jeweiligen Abholtag in der bestellten Qualität und Menge zur Abholung bereitzustellen. Der Anbieter stellt sicher, dass leicht verderbliche Waren bis zum Ende des jeweiligen Slots fachgerecht und unter Einhaltung der Kühl- und Hygienevorschriften gelagert werden. Holt der Kunde die Ware nicht innerhalb des vereinbarten Slots ab, ist der Anbieter nicht verpflichtet, die Ware über das Ende des Slots hinaus vorzuhalten. Der Zahlungsanspruch des Anbieters gegen den Kunden (und der damit verbundene Provisionsanspruch von Hofly) bleibt im Falle der Nichtabholung nach Ablauf des Slots unberührt, sofern der Anbieter die Ware innerhalb des Slots ordnungsgemäß bereitgestellt hatte.
(3) Der Anbieter darf keine Kunden aktiv dazu auffordern, Käufe außerhalb der Hofly-Plattform abzuwickeln, um die Provision zu umgehen (Umgehungsverbot).
(4) Der Anbieter ist für die korrekte steuerliche Behandlung seiner Umsätze selbst verantwortlich. Hofly stellt keine Steuerberatung zur Verfügung.
§ 5 Provision und Abrechnung
(1) Hofly erhebt für jede über die Plattform vermittelte Bestellung eine Marktplatzprovision von 15 % des Bruttobestellwerts (inkl. MwSt.).
(2) Die Provision wird automatisch bei der Zahlungsabwicklung durch Stripe einbehalten. Der Anbieter erhält den verbleibenden Betrag (85 % des Bruttobestellwerts) über Stripe Connect ausgezahlt.
(3) Hofly behält sich vor, die Provisionshöhe mit einer Ankündigungsfrist von 30 Tagen anzupassen. Die geänderten Konditionen gelten als akzeptiert, wenn der Anbieter die Plattform nach Ablauf der Frist weiterhin nutzt.
(4) Im Falle einer Stornierung oder Rückerstattung an den Kunden, die durch den Anbieter veranlasst oder durch ein Verschulden des Anbieters (z. B. Nichtverfügbarkeit der Ware oder fehlerhafte Slot-Angaben) notwendig wird, trägt der Anbieter die von Stripe einbehaltenen Transaktionsgebühren. Hofly erstattet in diesem Fall die einbehaltene Plattformprovision anteilig zurück, zieht jedoch die entstandenen Drittanbieter-Gebühren von der nächsten Auszahlung des Anbieters ab.
§ 6 Haftung
(1) Haftung des Anbieters: Der Anbieter haftet vollumfänglich für:
-
die Qualität, Sicherheit und Rechtmäßigkeit seiner angebotenen Produkte;
-
die Einhaltung lebensmittelrechtlicher, hygienischer und kennzeichnungsrechtlicher Vorschriften;
-
Schäden, die Kunden durch fehlerhafte, verdorbene oder falsch beschriebene Produkte entstehen;
-
alle steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Pflichten aus seinen Umsätzen.
(2) Haftung von Hofly: Hofly haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit. Für einfache Fahrlässigkeit haftet Hofly nur bei der Verletzung einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Vertragspartner regelmäßig vertrauen darf (sogenannte Kardinalpflicht). Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer Kardinalpflicht ist die Haftung von Hofly auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Hofly haftet, außerhalb der in Absatz 2 genannten Fälle, insbesondere nicht für:
-
technische Ausfälle, Unterbrechungen oder Fehler der Plattform, soweit diese auf höherer Gewalt oder Störungen bei Drittanbietern (z. B. Firebase, Stripe) beruhen, die Hofly nicht zu vertreten hat;
-
entgangene Umsätze oder Gewinne des Anbieters;
-
Handlungen oder Unterlassungen von Kunden (z. B. verspätete oder unterbliebene Abholung von Bestellungen außerhalb der Slots);
-
Inhalte, Bilder oder Produktbeschreibungen, die der Anbieter selbst eingestellt hat.
(4) Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten nicht bei der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, für Schäden nach dem Produkthaftungsgesetz sowie bei der Übernahme ausdrücklicher Garantien.
§ 7 Datenschutz
(1) Hofly verarbeitet personenbezogene Daten des Anbieters zur Vertragserfüllung gemäß der Datenschutzerklärung unter https://hofly.app/datenschutz/.
(2) Der Anbieter ist eigenständig Verantwortlicher im Sinne der DSGVO für die Verarbeitung von Kundendaten, die ihm im Rahmen von Bestellungen zur Abwicklung des Kaufvertrags zugehen.
§ 8 Laufzeit, Kündigung und Sperrung
(1) Das Nutzungsverhältnis besteht auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten mit einer Frist von 14 Tagen zum Monatsende in Textform (E-Mail) gekündigt werden.
(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund für Hofly liegt insbesondere vor bei:
-
wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen gegen diese Nutzungsbedingungen;
-
Betrugsversuchen oder vorsätzlicher Täuschung von Kunden;
-
Angeboten von Produkten, die gegen geltendes Recht oder Hygienevorschriften verstoßen;
-
Verstoß gegen das Umgehungsverbot (§ 4 Abs. 3).
(3) Hofly ist berechtigt, das Profil des Anbieters vorübergehend zu sperren, wenn ein begründeter Verdacht auf einen schwerwiegenden Verstoß (z. B. akute Hygienemängel, falsche Slot-Angaben, die zu massiven Kundenbeschwerden führen, oder gehäufte Nichterfüllung von Bestellungen) vorliegt, bis der Sachverhalt aufgeklärt ist.
(4) Nach Kündigung werden offene Auszahlungen abgewickelt. Das Profil des Anbieters wird nach vollständiger Abwicklung deaktiviert.
§ 9 Änderungen der Nutzungsbedingungen
Hofly behält sich vor, diese Nutzungsbedingungen zu ändern. Änderungen werden dem Anbieter mit einer Frist von 30 Tagen per E-Mail mitgeteilt. Widerspricht der Anbieter nicht innerhalb dieser Frist, gelten die Änderungen als angenommen.
§ 10 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Gerichtsstand ist, soweit gesetzlich zulässig, Ostfildern.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt (Salvatorische Klausel).
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